Im Jahr 1994 bewarb ich mich auf eine Stelle als Business Development Manager in Frankreich und wurde auch tatsächlich genommen. Aufgabe war es, alle Vertriebsmitarbeiter in Deutschland, Österreich und der Schweiz bei der Gewinnung grosser Projekte zu unterstützen und den Markt und die Firmenmarktanteile auszubauen. Das war der beste Job, den ich je hatte, weil: 1) man mich wirklich gebraucht hat und das Feedback zu meiner Arbeit sehr positiv und herzlich war 2) weil ich genau sehen konnte, was den Unterschied zwischen Gewinn und Verlust ausmachte. Wenn Du Dich angestrengt hast, gab es auch Projektgewinne, bei lauer Arbeit gab es nichts. 3) weil ich durch die Arbeit mit den dortigen anderen Kollegen in europäischer Verantwortung viele Dinge in kurzer Zeit lernen konnte, und das sogar noch durch gemeinsame Arbeit, nicht Lernen durch bittere Erfahrung 4) weil die Arbeit Spass und Freiheit vermittelt hat und ich daher wirklich leistungsbereit war.
Ich war selbständig und arbeitete von zu Hause mit einem freien Mitarbeiter via Email und Telefon und Notebook. Das gab ziemlich Flow. Hat Spass gemacht, war aber wirtschaftlich zu schwierig
Den besten Job meines Lebens hatte ich bei einer Unternehmensberatung. Es hat am meisten Spaß gemacht und meine Leistungen waren anerkannt. Allerdings hat niemand gemerkt, dass ich mich dabei kaputt gemacht habe, nicht mal ich selbst. Flow habe ich gespürt. Irgendwann habe ich aber gekündigt, da es nicht mehr ging. Alle haben sich gefragt, warum.
Mir geht es sehr ähnlich wie Dir. Ich bin auch bei einer Unternehmensberatung und die Arbeit hat mir immer sehr viel Spaß gemacht. Nur dass ich mich auch kaputt gemacht habe. Nun ist es gar nicht so leicht wieder "runterzukommen" und etwas anderes spannendes zu finden. Mein Geist will etwas anderes als mein Körper. Ich hoffe, ich kann die beiden in einem neuen Job besser in Einklang bringen.
quote:Ursprünglich eingetragen von Frühling: Den besten Job meines Lebens hatte ich bei einer Unternehmensberatung. Es hat am meisten Spaß gemacht und meine Leistungen waren anerkannt. Allerdings hat niemand gemerkt, dass ich mich dabei kaputt gemacht habe, nicht mal ich selbst. Flow habe ich gespürt. Irgendwann habe ich aber gekündigt, da es nicht mehr ging. Alle haben sich gefragt, warum.
1997 fing ich in einem sogenannten Start-up-Unternehmen an. Wir waren eine kleine Gruppe und ich saß in einem Kellerraum und habe als Sekretärin die Admininstration aufgebaut. Ich habe mich dort so wohl gefühlt, weil ich sehr nette Kollegen hatte, meine eigenen Ideen umsetzen konnte, Hilfe bekam wo ich sie wollte und brauchte. Gekündigt habe ich dort, als meine Motivation dem Burn-out wich: Umzug in neue Büroräume, mehr Kollegen, mehr Arbeit, ich musste - vernünftigerweise - einen Teil meiner Aufgaben abgeben, bekam einen neuen Chef und fühlte mich auf einmal nicht mehr wertgeschätzt. Ich konnte mich der veränderten Situation - dem Wachstum - wohl nicht anpassen.
Es gab noch einen tollen Job: Meine Ausbildung und Arbeit als Hotelfachfrau vor 20 Jahren.
Den besten Job meines Lebens hatte ich in einem Verlag. Ich habe dort zunächst Projektmanagement betrieben, dann den Vertrieb mit Abo-Betreuung überhommen. Was mir gefallen hat war die Verantwortung zu tragen und trotz eines größeren Teams meinen eigenen Bereich zu betreuen. Ich habe die mir gemäßen Strukturen aufgebaut, wo alt hergebrachtes nicht passte und auch etliche Neuerungen eingebracht. Im Projektmanagement konnte ich meine eigenen Ideen wachsen sehen und hatte auch den Erfolg deutlich vor Augen.
Gekündigt habe ich, als ich für meine Vorgesetzte zu erfolgreich wurde, was ihre Leistung mehr und mehr geschmälert hat. Sie hat mir Verantwortung und das Lob entzogen. Das grenzte an scharfes Mobbing... Vor allem, wenn sie mir wichtige Informationen vorenthielt, die meinen Arbeitsbereich direkt betrafen. Da musste ich für mich die Notbremse ziehen.
Frage an Drachenfreundin: War es für dich/dein berufliches/menschliches Weiterkommen im Nachhinein besehen gut, dich von diesem Job zu trennen, der dir doch einiges gegeben hat?
<willalleswissen>
veröffentlicht
Frage an Frühling: Gab es keine Andere Möglichkeit, als diesen tollen Job zu kündigen?
Hallo <willalleswissen>, es war in jedem Fall die richtige Entscheidung, diese Konsequenz zu ziehen. Da ich den Kontakt zu Kollegen gehalten habe weiß ich, dass in den folgenden Monaten alles noch viel schlimmer wurde, viele entlassen wurden, mit denen ich gut zusammen gearbeitet habe und mein Bereich fast komplett gestrichen wurde.