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Sorry, Sprachverliebte, ich hatte das Zitat nicht richtig deutlich gemacht... ...wahrnehmen ohne zu werten...wenn Du eine 100%-Antwort willst, das gibt es natürlich nicht. Aber ich verstehe sehr gut, was Andreas meint und sehe es auch so, der Grad der Vorurteile oder um es präziser zu beschreiben der Grad der Erwartung eines bestimmten Ergebnisses ist bei Scannern geringer, als bei anderen. Versteht Ihr, was ich meine? Es gibt eine schöne Textstelle dazu in Sten Nadolnys "Die Entdeckung der Langsamkeit", die suche ich bei Gelegenheit mal raus. Vielleicht findet bei manchen Menschen ja auch einfach dieser "zweite Blick" vor dem ersten statt? Möglicherweise ist es eine Frage, ob man vom großen Ganzen auf die Details schließt oder von den Details auf's große Ganze. ...und ich komme Euch jetzt nicht mit der blöden Elefantengeschichte... Liebe Grüße sagt eine Scannerin >>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>> Der Anfang ist die Hälfte des Ganzen *Aristoteles |
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Guten Morgen!
Ich meine dieses Sher-Zitat: "Was man am liebsten tut, kann man sich nicht aussuchen. Man kann es nur herausfinden." Das Ausblenden von Wertungen dürfte einen Schritt in die richtige Richtung darstellen. Im Buddhismus sprechen wir von dem sogenannten Zeugen- oder Beobachter-Bewusstsein, welches wir zu entwickeln trachten. Meines Erachtens stellen sich unsere Vor-stellungen vor uns, und verstellen unseren Blick auf das, was ist. "Die Erwartungshaltung ist keine artgerechte Haltung.", hörte ich einmal in einem Seminar-Kabarett. ;-) Inwiefern ist die Erwartungshaltung bei Scannern geringer, und warum? Der "zweite Blick": Meines Erachtens folgen unsere Wahrnehmung und unsere Reaktion darauf folgendem Muster: Eindruck - Stellungnahme - Ausdruck. Allzu oft kommt unsere Stellungnahme zu kurz, und auf den Eindruck erfolgt beinahe reflexartig der Ausdruck, also die Handlung. Der "zweite Blick" könnte dazu beitragen, der Stellungnahme den gebührenden Raum einzuräumen. Die Frage der Schlussfolgerung Ganzes versus Detail wurde schon im antiken Griechenland ohne schlüssiges Ergebnis erörtert. Letzlich führt sie zu Aristoteles versus Plato und Induktion versus Deduktion. Induktion ist der Schluss vom Besonderen (Detail) auf das Allgemeine (Ganzes; Aristoteles), wogegen Deduktion der Schluss vom Allgemeinen auf das Besondere (Plato) ist. Vielleicht stimmen beide Sichtweisen nicht - oder beide gleichermaßen? :-o Viele liebe Grüße Andreas |
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@ Andreas
Nicht die Erwartungshaltung ist geringer, sondern die Erwartung eines (vorher)bestimmten Ergebnisses. Ich denke, wenn man 100 Leute fragte, um etwas bestimmtes zu beweisen, dann gelänge das sicher. Wenn man aber den gleichen 100 Leuten die gleiche Frage stellte und neugierig auf die Antworten wäre, könnte man möglicherweise noch viel mehr oder auch etwas ganz anderes entdecken. Liebe Grüße sagt eine Scannerin >>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>> Der Anfang ist die Hälfte des Ganzen *Aristoteles |
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Hallo, Scannerin,
das ist aber ein interessanter Ansatz, der mich zum Nachdenken bringt. Manchmal nämlich gelingt es mir hervorragend, einen Menschen im Ganzen zu sehen - jenseits unmittelbarer Wertungen -, und manchmal eben nicht. Ich glaube, das ist zutreffend, was Du schreibst, denn es gelingt mir immer dann nicht, wenn ich auf einzelne Eigenschaften oder Verhaltensweisen fokussiert bin, also am Einzelnen hafte. Mille grazie und liebe Grüße Sprachverliebte
... und immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel |
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Guten Morgen, liebe Scannerin!
Kein (vorher)bestimmtes Ergebnis zu erwarten, ist meines Erachtens geradezu der Königsweg zu Glück und Erfüllung. Auf dem Grabstein von Nikos Katzanzakis, des Autors von "Alexis Sorbas", steht: "Ich fürchte nichts, ich wünsche nichts - ich bin frei." Fragen zu stellen ist eine Sache ... die Antworten wirklich wissen zu wollen, eine andere. Unter anderem aus der Quantenphysik wissen wir ja, dass der Beobachter stets das Objekt bzw. Subjekt seiner Beobachtung beeinflusst. Herzliche Grüße Andreas |
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Liebe Sprachverliebte!
Das Ganze ist stets mehr als die Summe der Teile, meine ich. Als Jesus über das Wasser wandelte, hätte ein Blick auf das Ganze wohl seine Großartigkeit erkennen lassen. Andererseits hätte ein Blick auf die bloße Tatsache des Über-das-Wasser-Wandelns vielleicht die Vermutung genährt, er könne vermutlich nicht schwimmen. ;-) Ich glaube, dasss je nach Situation und Kontext sowohl der Blick aufs Ganze, als auch auf bestimmte Einzelheiten, ihre Berechtigung haben. Herzlichen Gruß Andreas |
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...und doch so schwer zu gehen. Zum Beispiel habe ich eine Kollegin, die ständig alles ins Negative zieht. Hat jemand ein kleines gesundheitliches Problem, dann kennt sie garaniert jemanden der "von den Ärzten total verpfuscht" worden oder daran gestorben ist, sie kennt alle Verbrechen der weiteren und vor allem näheren Umgebung, alle schlechten Tricks der Kassenfrauen, Vermieter, Kampfhundebesitzer oder von Abzockern aus dem Internet. Ihr merkt schon, sie kann mich so richtig aufregen. Ich habe ziemlich viel Kontakt zu ihr, da sie mir fachlich unterstellt ist und ich habe halt immer wieder Angst, dass ich mich mal auf sie "einschieße"...Schwierig! Liebe Grüße sagt eine Scannerin >>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>> Der Anfang ist die Hälfte des Ganzen *Aristoteles |
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