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Dieser Artikel wurde zeitgleich auch im OpenBC Forum veröffentlicht. Meinungen dazu finden Sie hier
http://www.openbc.com/go/article/157829/162475 |
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Eine Leserin schreibt:
"Sie schreiben u.a., daß eine Bewerbung auf Stellenanzeigen null response habe. Ich denke, diese Aussage basiert auf Ihren eigenen Erfahrungen. Was denken Sie, wieso dies ein eher sinnloses Unterfangen ist ? (Wohlgemerkt meine ich damit nicht 08-15 Massenbewerbungen ohne vorherige, sauber Recherche, eine zielgereche Ansprache und überzeugend ausgearbeitete Unterlagen.) Wie erklären Sie sich das außer heutiger Sicht?" Oliver Fritsch: Mein Kommentar bezog sich nicht nur auf meine eigenen Erfahrungen, sondern auch auf die vieler Personalagenturen und Outplacingfirmen, deren Beruf es ist, Leute irgendwo unterzubringen. Versetzen Sie sich kurz in die Lage eines Einstellenden. Auf eine ausgeschriebene Stelle kommen Hunderte, wenn nicht gar Tausende von Bewerbungen. Selbst nachdem Sie alle Leute aussortiert haben, die von vornherein nicht in Frage kommen haben Sie immer noch einige Hundert Bewerbungen, die sich allesamt gleichen, aufgrund der normierten Ausbildungen in Deutschland. Als naechstes werden Sie Ihre Kollegen, Freunde und Verwandten fragen, ob sie nicht jemanden fuer diese Stelle empfehlen koennen…im Zweifelsfall wird die Entscheidung immer fuer jemanden fallen, der von jemandem „warm“ empfohlen wurde….das zaehlt automatisch viel mehr, als Hunderte von schoen formattierten aber unpersoenliche Papierbewerbungen – die nicht sprechen koennen. Meistens sind Stellenausschreibungen nur Formsache, um zu gucken, ob sich nicht noch jemand besseres findet, da eine Vorentscheidung bereits getroffen wurde….(Bitte schauen Sie sich das von mir empfohlene Buch von Bolles einmal an – er geht noch weiter darauf ein). Ich kenne einige wenige Leute, die z.B. durch Monster etwas gefunden haben, aber das ist sicher die Ausnahme. |
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Also ich denke auch, dass man nicht generell sagen kann, Bewerbungen auf Stellenausschreibungen seien sinnlos. Ich habe z. B. so vor 3 Jahren eine Arbeit in einem Callcenter bekommen - hatte ich vorher noch nie gemacht, der Bereich Technischer Support war mir gänzlich unbekannt (hatte vorher 11 Jahre im Einkauf gearbeitet) und ich habe mich nur aufgrund meiner Sprachkenntnisse und wegen des Bedürfnisses, was ganz anderes zu machen, beworben. Ich habe tolle Leute kennengelernt, die Arbeit am Telefon war schöner als gedacht und es hat mich auch dann nach einem Jahr einem anderen Job nahegebracht - ist natürlich noch nicht alles 100% perfekt, aber daran wird ja jetzt gearbeitet. Dass die Personalentscheider wegen der Flut der Bewerbungen am Ende doch andere Wege gehen, kommt aber sicher vor.
Gut fand ich aber, dass Sie sich dann sofort mit anscheinend viel Talent an die Arbeit gemacht haben, und das als Chance er- bzw. begriffen haben. Ich würde vielleicht doch erst mal in mich zusammensacken und einige Zeit brauchen. Das amerikanische System ist mir allerdings auch nicht ganz unbekannt - aus privaten Erfahrungen - und ich glaube, wer in USA schon mal gearbeitet hat, fällt nicht ganz in so ein tiefes Loch wie ein "typischer" deutscher Arbeitnehmer, der - auch wenn sich diese Einstellung glücklicherweise langsam ändert - am liebsten sein ganzes Leben in einer Firma verbringen würde. |
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quote: Lieber Fex, mein Ziel ist es Leute aus ihren eingefahrenen Denkweisen zu befreien, und leider denken viele Leute immer noch |
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quote: |
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Ich bin seit über 18 Monaten "arbeitslos" und wurde aufgrund einer "Verjüngung" der Firma, sowie einem Geschäftsführungswechsel hinauskomplimentiert. Ich war 14 Jahre bei der selben Firma und ich war mir am Anfang noch nicht einmal sicher, ob ich nicht "Hurra" schreien sollte. Denn es gab eben auch eine Abfindung dazu, wenn auch nicht gerade eine tolle. Ich habe nicht Hurra geschrien - die Arbeitsmarktsituation ist im Großraum München unverändert schlecht, vor allem für ältere Arbeitnehmer gibt es praktisch keinen Job. München ist dem Jugendwahn total verfallen. Ich habe über 100 (ab der 100. Bewerbung habe ich nicht mehr mitgezählt :-(...) Bewerbungen geschrieben, meistens auf Stellenanzeigen, die in der SZ oder in einem Wochenblatt erschienen waren, auch auf Stellenanzeigen im Internet. Habe da auch Stellengesuche aufgegeben u.a. - alles immer mit dem gleichen Ergebnis. Wenn ich das geahnt hätte, hätte ich mich vielleicht doch nicht auf das Abfindungsangebot eingelassen. Andererseits was hätte es genutzt - bei der nächstbesten Gelegenheit hätte man versucht mich kostenlos rauszukriegen, Mobbing u.ä. war da an der Tagesordnung. Was könnte ich noch ausprobieren? Ich habe nicht das Gefühl, ich könnte irgendwo noch gebraucht werden, außer ich würde mein Geburtsdatum fälschen und mich 20 Jahre jünger machen...
Rahel |
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Hallo Rahel,
Ich kann Ihnen hier nur 2 Sachen empfehlen: einmal das Buch von Nelson Bolles: Durchstarten zum Traumjob. Er beschreibt hier eine Methode, wie man zum neuen Job durch Netzwerken finden kann. http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3593370883/allesanders-21 Diese ist wesentlich effizienter als sich auf Stellenanzeigen zu bewerben. Ansonsten kann ich nur empfehlen flexibler zu werden und über den Grossraum Muenchen hinaus zu suchen, d.h. Baden Wuerttemberg etc. Beste Gruesse und viel Erfolg, Oliver Fritsch PS: Ich wuerde mich freuen, wenn Sie hier nochmal kurz über Erfolge oder Misserfolge mit Bolles Strategie berichten koennten.
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Hallo Oliver,
danke für Ihren Kommentar zur Arbeitsplatzsuche. "Durchstarten zum Traumjob" kannte ich schon, hat mir aber nicht weitergeholfen. Nach 40 Seiten war ich damals so gelangweilt, daß ich das Buch weggelegt habe. Zum Tipp mit dem überregionalen Bewerben kann ich nur sagen, daß das wirklichkeitsfremd ist. Wie soll ich das machen mit Mann und Kindern?? Mein Mann kann ja schließlich nicht einfach mitziehen, so wie ich das könnte, wenn mein Mann die Stelle wechseln würde. Von einem kleinen Buchhändlerinnengehalt könnten wir jedenfalls nicht leben, ganz abgesehen davon, daß meine Kinder ja finanziell und auch vom Wohnraum noch lange auf uns angewiesen sind. Da kann ich nicht einfach einen Job in Baden-Württemberg oder Gott weiß wo annehmen. Abgesehen davon, gibt es in diesem Bereich auch nix. Da müßte ich schon ins Ruhrgebiet/NRW gehen und selbst da gibt es Hunderte von BewerberInnen auf eine einzige Stelle! :-( lg Rahel Rahel |
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Heutzutage ist der Mensch eigentlich nur noch eine Nummer.
Ich habe zb. eine Massageausbildung und ein Handelsdiplom. Mein Lebenslauf ist jedoch nicht perfekt. Und schon biste weg... Ich hab mich nun selbstständig gemacht. Einen Gartenpflege-Service aufgezogen. Das war lange nur Notlösung und nicht mein Traumjob. Doch nun nach 3Jahren macht es mir immer mehr Spass ich lerne dazu, ich erkenne wie umfassend und faszinierend die Gartenwelt ist, wenn man mal eingetaucht ist... Nun kann ich mir sogar vorstellen, längerfristig auf diesem Gebiet sozusagen ein Gartenexperte zu werden. Vor 3 Jahren hätte ich sowas nie gesagt. Manchmal ist man einfach zu fixiert auf das, was man schon hat. Man schaut nur noch in diesem Bereich und verpasst, dass es vieleicht noch was ganz anderes gibt, das auf einen wartet, man es aber nicht erkennt, sozusagen blind daran vorbeiläuft... |
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Hallo!
In meinem Leben geschah es immer wieder, dass sich ein Glück später als Unglück erwies, und gottlob auch umgekehrt. Im Chinesischen gibt es für "Krise" und "Chance" ein und dasselbe Schriftzeichen. Oft stellen Umbrüche und Schicksalsschläge den letzten, entscheidenden Anstoß dar, schon längst überfällige Entscheidungen und Umorientierungen endlich in Angriff zu nehmen. Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt, und der Weg entsteht beim Gehen. Um von Wien nach Kiel zu reisen, ist es nicht erforderlich, die ganze Strecke von A nach B in einem Stück übersehen zu können. Analog dazu glaube ich, dass es auch in unserem Leben völlig genügt, bis zur nächsten Kreuzung zu sehen ... der Rest wird sich finden. Vermutlich sollten wir so leben, wie man einen Elefanten verspeist - häppchenweise. :-) Lieben Gruß Andreas |
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Hallo, Andreas,
toll, dass Du dies Forum so sehr belebst, eine Wohltat, eindeutig - und anregend! Die Fähigkeit und Bereitschaft, in einer Krise die Chance(n) zu entdecken und zu finden, gehört sicher zu einer der wertvollsten. Wenn das "häppchenweise" bedeutet: "Ich gehe, also gehe ich" (und tue / suche nichts anderes gleichzeitig) bin ich völlig d'accord. Ab und zu suchen wir wohl eine Linie, einen roten Faden, und wenn wir genau hinschauen, finden wir ihn - den roten Faden - auch. Liebe Grüße Sprachverliebte
... und immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel |
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Liebe Sprachverliebte,
vielen herzlichen Dank für deine so positive Rückmeldung! Mir ist es ein Anliegen, dass innerhalb unserer Community ein reger Austausch stattfindet. Gemäß meiner Lebensmaxime, lieber ein kleines Licht zu entzünden, als über die Dunkelheit zu klagen, tat ich mein Bestes, verschiedene Diskussionen anzuregen. Nun freue ich mich gewaltig, dass dies nun so reiche Früchte trägt. Was du zu Krise vs. Chance schriebst, trifft voll und ganz zu. Wenn dies gelingt, ist das wahre Lebenskunst. "Häppchenweise" bedeutet das von dir Angesprochene - für mich jedoch zusätzlich noch etwas Anderes. Nämlich, so zu leben, wie uns eben dieses Leben zugeteilt wird - Schritt für Schritt, Tag für Tag. Weder die Vergangenheit zu bedauern, noch die Zukunft zu fürchten, noch sich an irgendeinen anderen Ort zu träumen ... stattdessen ganz im Hier und jetzt, vor dem Hintergrund der (eigenen) Wirklichkeit. Schließlich ist der einzige Augenblick, der uns gegeben ist, der gegenwärtige. Auch ich halte den roten Faden für wesentlich, um eine sinnerfüllte Existenz zu verwirklichen. Vielleicht liegt der Sinn des Lebens ganz einfach darin, dass das Leben einen Sinn hat? Herzlichst Andreas |
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Hallo, lieber Andreas,
danke für diese Mahnung an die elementare Lebensqualität: "Schließlich ist der einzige Augenblick, der uns gegeben ist, der gegenwärtige." Meine Güte, meine Schwester träumt vielleicht Sachen im Moment: Ein riesiger Lastwagen, den sie mit einem GPS eingestellt hat und welcher völlig ohne ihr Zutun fuhr - klasse, finde ich. Ich glaube, es geht eben Beides: Dieses Genießen des "häppchenweise" und völlig in der Gegenwart seins und dennoch ein Fernziel im Kopf und im Blick haben, kannn es jedoch nicht beweisen. Herzliche Grüße Sprachverliebte
... und immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel |
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Guten Morgen, liebe Sprachverliebte!
Diese "Mahnung" (von mir als Denkanstoß gedacht) betrifft uns alle, die wir ja Kunden beim gleichen Schicksal sind, gleichermaßen, meine ich. "Heute ist der erste Tag vom Rest deines Lebens.", heißt es so zutreffend. Da sind Achtsamkeit und Bewusstheit gefragt - leicht geschrieben, aber schwer gelebt. Der Traum vom Lastwagen gefällt mir, wenngleich ich da eine etwas andere Sichtweise habe. Ich glaube, dass wir zwar den Wind nicht beeinflussen können, jedoch sehr wohl, wie wir unsere Segel setzen. Du hast voll und ganz recht, beides geht gleichermaßen. Mir erscheint es sogar als Ideal, gleichzeitig den Kopf in den Wolken zu haben, und die Füße auf der Erde. Was wir allesamt brauchen dürften: Eine Sinn-Lehre gegen die Sinn-Leere. ;-) Dashi Delek! Andreas |
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